Teruo Nakamura kam erst 1974 als letzter Soldat der japanischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg zurück – nach Jahrzehnten im Insel-Versteck.

Die indonesischen Soldaten stimmten die japanische Nationalhymne an, als sie in den frühen Morgenstunden des 18. Dezember 1974 auf die Lichtung mitten im Dschungel traten. Aus einer kleinen Hütte, kaum drei mal drei Meter groß, trat ein Mann, nackt und unterernährt. Beim Anblick der Fremden erstarrte er und ließ sich widerstandslos in Gewahrsam nehmen.

30 Jahre zuvor hatte die kaiserliche japanische Armee Teruo Nakamura als Soldat nach Morotai entsandt, um die indonesische Insel im Zweiten Weltkrieg gegen die Alliierten zu verteidigen. Der Kampf um Morotai war für die Japaner schnell verloren, doch Nakamura sollte sich im Inneren der Insel verstecken und den Feind als Guerilla angreifen. Für ihn endete der Einsatz erst 1974, als er, nun 55 Jahre alt, aufgespürt wurde.

Nakamura war Japans letzter Soldat, der erst Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs entdeckt wurde. Wenige Monate zuvor hatte der Fall des Nachrichtenoffiziers Hiro Onoda auf der philippinischen Insel Lubang Schlagzeilen gemacht; 1972 hatten zwei Fischer den Soldaten Shoichi Yokoi auf Guam gefunden.